7. Mai 2026

Flache Hierarchien brauchen starke Führung

Warum das Thema aktuell wichtiger denn je ist

Mit einem Generationswechsel in den Leitungspositionen in vielen gemeinnützigen und gemeinwohlorientierten Organisationen und Verbänden verändern sich auch die Vorstellungen von Verantwortung und Beteiligung. Von einer eindeutigen Hierarchie geht es hin zu mehr Selbstverantwortung auf den verschiedenen Führungsebenen. Auch viele neu gegründete Organisationen stehen je nach Wachstum irgendwann vor der Frage, wie sie sich intern aufstellen wollen:

  • Wer entscheidet was?
  • Wie kommen Entscheidungen zustande?
  • Wie weit geht die Delegation von Aufgaben und Verantwortung?

Es wird ein Weg dargestellt, erst fängt es mit der Vision an, dann mit der Mission und diese beiden führen dann zur Strategie; wenn die Strategie verfolgt wirkt dann versucht man damit die Vision bzw. das Zukunftsbild zu realisieren

Die Herausforderung bei flachen Hierarchien

Während eine klare Hierarchie hier eindeutige Vorgaben macht, entsteht bei flachen Hierarchien ein steigender Bedarf an Kommunikation und Absprachen. Dies wird innerhalb der Transformationsprozesse oft unterschätzt und es entstehen gegenseitig Enttäuschungen: die Führungskraft wundert sich, warum die MitarbeiterInnen ihre neue Entscheidungsfreiheit nicht nutzten, die MitarbeiterInnen haben nicht genug Sicherheit, wie weit sie gehen dürfen und haben vielleicht auch schon erlebt, dass am Ende ihre Entscheidung doch nicht gezählt hat.

 

Was braucht es für gelingende Selbstverantwortung?

Was sind nun die wichtigsten Faktoren für ein Gelingen von flachen Hierarchien und agiler Arbeitsweise:

  1. Gemeinsame Identität und gemeinsame Ziele: Alle Mitglieder identifizieren sich mit der Gruppe bzw. dem Team und verfolgen gemeinsame Ziele und Zwecke – wir wissen, wozu wir da sind!
  2. Gerechte und gemeinsame Entscheidungsfindung: Alle Mitglieder sind in Entscheidungen, die sie betreffen, einbezogen und es ist transparent, wie Entscheidungen getroffen werden.
  3. Transparenz und Beobachtung des Fortschritts: Im Team herrscht Transparenz darüber, wer woran arbeitet und inwieweit die gemeinsamen Ziele erreicht werden.
  4. Autorität zur Selbstverwaltung: Die Gruppe bzw. das Team hat innerhalb der Organisation ein Mindestmaß an Rechten und die Freiheit, sich selbst (bezogen auf die Prinzipien 1–6) zu organisieren.

 

Orientierung an den „8 Core Principles“

Diese Faktoren beziehen sich auf die „8 Core Principles“ der Ökonomin und Nobelpreisträgerin Elinor Ostrum, die darin die wichtigsten Faktoren für eine gute Zusammenarbeit beschreibt.

 

Kommunikation als Schlüssel zum Erfolg

Ich würde noch den Punkt der offenen und regelmäßigen Kommunikation ergänzen, denn flache Hierarchien und mehr Selbstverantwortung bedürfen mehr Absprachen, bzw. Feedbackschleifen. Sich diese Zeit zu nehmen, zahlt sich aus und ist eine wichtige Führungsaufgabe in Organisationen, die auf mehr Eigenverantwortung setzen.