Hurra – die Zeit der Mitarbeitendengespräche ist wieder da!
Vertrauen aufbauen, Motivation stärken, Verantwortung fördern, Feedback geben, Empathie zeigen, Ziele vereinbaren/ überprüfen, konstruktive Kritik äußern, Leistungen einschätzen, Kommunikation verbessern, Weiterbildungsbedarfe ermitteln und den Anliegen der Mitarbeitenden Raum geben – all das soll ein Mitarbeitendengespräch leisten. Au Backe!
Warum viele Führungskräfte kapitulieren
Vor diesen hohen Ansprüchen kapitulieren viele Führungskräfte, meist nicht bewusst, aber durch mangelnde Vorbereitung, fehlende Zeit, unzureichende Dokumentation und schlichtweg fehlendes Handwerkszeug, um diese Erwartungen auch nur annähernd zu erfüllen.
Und: Es kostet Zeit. Bei zehn Mitarbeitenden und 90 Minuten Gesprächsdauer pro Person, kommen inklusive Vor- und Nachbereitung schnell drei Stunden pro Gespräch zusammen. Damit sind also vier Arbeitstage nahezu komplett belegt. Bei hoher Arbeitsdichte im Alltag fällt es schwer, diese Zeit freizuschaufeln und dem Gespräch die nötige Priorität einzuräumen.
Die Versuchung, Gespräche zu umgehen
Gute Gründe also, diese Gespräche gar nicht erst zu führen oder sie nur „nebenbei“ abzuhalten. (Die Folge: Die Gespräche werden gar nicht oder nur halbherzig geführt.)
Meine Erfahrung in der Arbeit mit Führungskräften zeigt: Vielen ist das durchaus recht. Aussagen wie „Wir machen das eh nur, weil es vorgeschrieben ist“, „Es bringt sowieso nichts für den Alltag“ oder „Wenn das Verhältnis schwierig ist, bin ich froh, wenn ich drum herumkomme“ sind keine Seltenheit.
Theorie vs. Praxis
Soweit die Praxis.
In der Theorie hingegen gelten Mitarbeitendengespräche als zentrales Führungsinstrument, das all die eingangs genannten Anforderungen erfüllen soll, für effektives und effizientes Arbeiten im Team.
Ganz oder gar nicht
Und tatsächlich: Ich rate jeder Führungskraft davon ab, ein solches Gespräch zu führen, wenn keine Zeit für eine gute Vorbereitung besteht. Dazu gehören: inhaltliche Planung, klarer Ablauf, passende Methodik, stimmiges Setting, strukturierte Dokumentation und ein verbindliches Follow-up. Hinzu kommen – damit die Mitarbeitenden sich vorbereiten können – eine kurze ‚Themenübersicht‘ sowie eine rechtzeitige Einladung.
Investierte Zeit zahlt sich aus
Meine These: Die investierte Zeit für gute Mitarbeitendengespräche zahlt sich aus und die eingangs genannten Anforderungen werden greifbar.
Dieser Effekt tritt jedoch nur ein, wenn Sie sich die Zeit für ein gutes Gespräch wirklich nehmen, und zwar in Ruhe, konzentriert und ohne Störungen. Das bedeutet: die Einladung sorgfältig formulieren, das Gespräch strukturiert vorbereiten, anschließend die Dokumentation abschließen und konkrete Maßnahmen aus dem Gespräch ableiten und umsetzen, durchdacht und verbindlich. Und dann passiert etwas Erstaunliches: Vertrauen, Motivation und Verantwortungsbewusstsein entwickeln sich beinahe von selbst.
Persönlicher Gewinn für die Führungskraft
Das Sahnehäubchen: Die Zeit für Vor- und Nachbereitung tut auch Ihnen persönlich gut, weil sie frei von Hetze und Druck wird, wenn Sie diese Zeit fest in den Kalender einplanen.
Das Ergebnis: Freude statt Pflicht
Die Kirsche obendrauf: Die Gespräche gelingen und machen beiden Seiten Freude.
Von jetzt an heißt es also nicht mehr: „Puh, schon wieder diese elenden Jahresgespräche“, sondern:
Hurra – die Zeit der Mitarbeitendengespräche ist wieder da!
Sie freuen sich darauf und Ihre Mitarbeitenden auch. Wetten?
