22. Mai 2024

Die Fundraising-Abteilung als Quelle der Innovation

Die Fundraising-Abteilung bzw. der/die Fundraiser:in kennt die Trends im Spendenmarkt, weiß, was die Konkurrenz macht und hat über die Auswertung der Spender:innendaten schwarz auf weiß vorliegen, was die Spender:innen gut und unterstützenswert finden. Dadurch sind sie – obwohl meist keine pädagogischen Fachkräfte – gut in der Lage Impulse zu geben, was sich verändern könnte, damit die Spenden sprudeln.

Nun – was passiert mit diesen Impulsen? Sie treffen auf pädagogische Fachkräfte, die sich mit viel Engagement für ihre Klientinnen einsetzen und alles geben, um wertvolle Unterstützung zu leisten. Sie arbeiten in einem Alltag, der geprägt ist von konkreten praktischen Abläufen, die direkt mit den Menschen zu tun haben, für die sie da sind. Und das fordert sie zu 100 %. Jetzt kommt der Fundraiser mit einer Förderrichtlinie, einem neuen Trend auf der Suche nach einem Projekt. Dafür haben viele keine Zeit und keinen Kopf.

Ein Erdhaufen, links darauf sitzt ein kleines Pflänzchen und rechts davon ist eine Glühbirne

Wir haben es mit einer Schnittstelle zu tun, die häufig nicht richtig befüllt werden kann. Damit dies gut gelingt, ist folgendes nötig: eine gemeinsame Zeit, ein gemeinsames Verständnis, ein gemeinsames Ziel und ein abgestimmter Weg. Weder der/die Pädagog:in noch der/die Fundraiser:in können das allein. Die Erfahrung zeigt, dass oft zu wenig Gemeinsamkeiten vorhanden sind, um zu einem guten Fundraising-Projekt zu kommen, welches die fachliche Arbeit bereichert und die Spender:innen anspricht.

Warum das so ist, ist schnell erklärt: Zeit ist ein knappes Gut im Berufsalltag und daher oft nicht ausreichend vorhanden. Das Verständnis von Fundraising und zusätzlichen Mitteln ist bei Fundraiser:innen und Pädagog:innen gänzlich unterschiedlich und – so unsere Erfahrung – meist nicht institutionell entwickelt worden. Es ist also dem Zufall unterlegen, ob es ein gemeinsames Verständnis gibt. Größtenteils ist das nicht der Fall. Kommen wir zum gemeinsamen Ziel. Beide wollen zusätzliche Mittel, um Bedarfe zu decken, die nicht regel finanziert, aber wichtig sind. Hier gibt’s also eine Gemeinsamkeit. Beim Weg sieht es schon wieder anders aus. Pädagog:innen haben eine ausgeprägte Scheu vor gängigen Marketingmethoden – ich bin selbst Sozialarbeiterin, daher weiß ich es aus eigener Erfahrung. Sowohl als Sozialarbeiterin als auch aus der Rolle der Fundraiser:in heraus -. Pädagog:innen finden es furchtbar, mit der Not und der Situation der Menschen um Spenden zu werben.

Dabei ist doch genau diese Schnittstelle zwischen Fundraising und der Arbeit mit den Menschen der Raum, in dem Innovationen entstehen können. Sind die beiden auf sich gestellt, liegt der Ansatzpunkt in der einzigen Gemeinsamkeit, dem Ziel. Ist das ausgesprochen und für beide von Bedeutung, dann wird es möglich die Zeit dafür zu finden, um zu einem Verständnis zu kommen und den Weg zu beschreiten. Es bleibt aber immer auf der Ebene der Mitarbeitenden. Sie entwickeln dann innovative Projekte, die den Menschen nutzen und den Spender:innen ansprechen.

Das bringt die Sache zwar voran – ist aus unserer Sicht aber nur die halbe Lösung. Ihre wahre Kraft kann die Schnittstelle so nicht entfalten. Das klappt nur, wenn die Führung der Organisation den Rahmen setzt, damit auf der Umsetzungsebene die gute Zusammenarbeit stattfinden kann und die Innovationen entstehen.

Es ist nötig, den Faktor Zeit für die Arbeit miteinander zu klären – ist es institutionell gewollt und wird auch gefördert, oder nur noch eine zusätzliche Aufgabe? Es ist nötig, ein gemeinsames Verständnis vom Fundraising organisationsübergreifend zu entwickeln, damit hier kein Reibungsverlust entsteht. Und es ist nötig, übergeordnete Ziele zu formulieren, die dann nur noch heruntergebrochen werden müssen, weil es klar ist, wo es hingehen soll … und dann ist die Verabredung über den Weg, wer welche Rolle und welche Aufgaben übernimmt, nicht mehr so kompliziert.

Innovationen an der Schnittstelle von Fundraising und pädagogischer Arbeit entstehen also am besten, wenn der Rahmen über die Führung gesetzt, bekannt und von allen akzeptiert wird. Unser Versprechen: Die Zeit, die für die Klärung des Rahmens – Zeiteinsatz, Verständnis, Ziele und Weg – gebraucht wird, wird um ein Vielfaches eingespart, weil die beschriebenen Reibungspunkte wegfallen. Und der Weg wird frei für eine gewinnende Spender:innenansprache, neue pädagogische Konzepte und somit auch für eine stärkere Ausstrahlung der Organisation in die Welt.

Wir haben 18 Jahre Erfahrung mit Entwicklungsprozessen dieser Art. Was wir gelernt haben: Wer den Prozess der Rahmensetzung in angemessener Zeit und mit passendem Ablauf entwickelt, kann nur gewinnen. Wir teilen unsere Erfahrung und unser Wissen gern, z.B. in einem individuellen Prozess oder mit unseren Coaching-Paketen.